Wappen der Baronie Dohlenfelde und der Herzogenstadt Twergenhausen

Die Lex Zwergia
von 160 bis 335 nach Bosparans Fall

Mit der Lex Zwergia begann eine Zeit des Friedens und Wohlstands für die Lande am Darlin. Darlinmund, nun den heutigen Namen Twergenhausen tragend, eine bedeutende Handelsstadt am Großen Fluss, Erzweiler und Dohlenfelde blühten durch den Handel auf der Via Ferra auf. Das Haus Sturmfels wurde mit Erzweiler belehnt. Die Grafschaft Ambrocebrâ wurde mit kaiserlichem Dekret aufgelöst, sowohl Dohlenfelde als auch Erzweiler gehörten nun zur neugeschaffenen Grafschaft Isenhag. Das Haus Fallenwerth behielt vorerst den Grafentitel, seine Macht war jedoch auf Streubesitz im Eisenwald beschränkt.
 

160 BF

Die Lex Zwergia – Dohlenfelde kommt zum Isenhag, Twergenhausen wird Grafenstadt

Mit der Siegelung der Lex Zwergia im Jahre 160 BF begann für den Eisenwald eine neue Epoche. Die Grafschaft Isenhag wurde – als oberirdische Klammer der Bergkönigreiche Eisenwald und Xorlosch – geschaffen. Die Grafschaft Ambrocebrâ, deren Grafen sich mehrfach sowohl gegen den Kaiser als auch den Herzog der Nordmarken gestellt hatten, wurde auf Baroniegröße zurechtgestutzt. Weite Teile der verkleinerten Grafschaft fielen an die Grafschaft Albenhus, kleinere Gebiete an die Grafschaft Isenhag. Der Graf von Ambrocebrâ herrschte nun nur noch über unzusammenhängende Gebirgslehen in den heutigen Baronien Dohlenfelde, Weidleth und Liepenstein, aus dem in der Priesterkaiserzeit die Baronie Eisenstieg hervorgehen sollte.
Die erst fünfzig Jahre alte Baronie Dohlenfelde mit dem Krönungsort Darlinstein wurde Teil der Grafschaft Isenhag. Die Angroschim gewährten nun den Menschen Freizügigkeit am linken Darlinufer und im Gebirge. Es wurde den Menschen jedoch verboten, befestigte Siedlungen in Transdarlinien, also am linken Darlinufer, zu errichten.
Erzweiler und Moxarosch wurden gräflich, die oberirdischen Teile des Bergkönigsgut Loxolosch kamen zum Streubesitz des Hauses Fallenwerth, dessen Oberhaupt sich nach wie vor als »Graf zu Ambrocebrâ« titulieren ließ. Arigalatiko wurde dem Bergkönig zu Eisenwald zugesprochen. Xalatiko wurde ein Teil des nun Grambosch genannten Junkergutes Al’Gharamosh – und damit des Königreichs Almada. Wichtig war, dass nun zum ersten Mal der Große Fluss die südliche Grenze der Grafschaft Isenhag markierte, jedoch gab es auch hier Ausnahmen: Das »Freyener Land« um das Rittergut Freyen, das zum Hausgut der Grafen von Gratenfels gehörte, blieb trotz seiner Lage am linken Ufer des Großen Flusses auch weiterhin ein Teil Gratenfels’, ebenso wie die ganze Altenau.
Die Barone Dohlenfeldes jedoch verloren durch die nun festgelegte Grenzziehung ihre reichen Ländereien am rechten Ufer des Großen Flusses an die Barone von Ludgenfels. Ebenso wurde die Grenze zwischen Albenhus und Isenhag festgelegt, was den Verlust der Weidlether Territorien bedeutete.
Darlinmund, bis dahin Reichsstadt, wurde durch die Lex Zwergia zum privilegierten Handelsplatz mit dem Bergkönigreich Eisenwald erklärt und zu Ehren der Angroschim in Twergenhausen (»Zwergenhausen«) umbenannt. Gleichzeitig wurde die Stadt vom Kaiser dem Isenhager Grafen unterstellt, als Zeichen der neuen Stadtherrschaft wurden in Twergenhausen zudem die zwergische Monats- und Wochentagsnamen eingeführt. Der Isenhager Graf bestätigte durch die Anerkennung des Privilegium Sighelmi die Selbstverwaltung der ehemaligen Reichsstadt unter Führung der Patrizier, auch die Barone Dohlenfeldes behielten vorläufig ihr Wohnrecht auf Burg Darlinmund. Die Barone begannen jedoch umgehend damit, auf einer Insel im Darlin in der Nähe des Dorfes Dohlenfelde die Burg Katzenstein, heute Schwarzfels, zu bauen.
Burg Darlinmund wurde vom Isenhager Grafen zum Versammlungsort der Stände der Grafschaft gekürt und in den folgenden Jahren von einem zwergischen Baumeister erheblich ausgebaut. Der Isenhager Ständetag sollte sich einmal im Jahr auf der Burg über der Stadt treffen. Weiterhin wurde entschieden, dass die Burg nach ihrem Ausbau der Aufbewahrungsort der Insignien der Grafschaft, des Gräflichen Adelsregisters und des Ständetagsarchiv sein solle. Ursprünglich wollte der Graf alle Dokumente und Insignien auf seiner Zwergenfestung Calbrozim aufbewahren, was jedoch seine größtenteils menschlichen Barone nicht unterstützten.
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Anfang 161 BF

Der Patriarch des Ingerimmkultes fordert Erzweiler zurück

Nachdem der Patriarch des Ingerimmkultes knapp 60 Jahre seinen Geweihten verboten hatte, die Reichsstadt Darlinmund zu betreten, hob er diesen Erlass 161 BF auf. Mit dem zwergischen Herrn Twergenhausens war dieser Streitpunkt ausgeräumt: Erzweiler war wieder in Kirchenhand, und umgehend wurde ein Ingerimmtempel in Erzweiler eröffnet.
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161 BF

Der Patriarch der Ingerimmkirche belehnt Utsinde von Sturmfels mit Erzweiler

Der Patriarch der Ingerimmkirche belehnte Utsinde von Sturmfels – eine Tochter des für seinen tiefen Rondraglauben weithin bekannten Barons zu Wolfsstein – mit dem Edlengut Erzweiler, in dem die damals ergiebigste Kupfermine des Eisenwaldes lag. Utsinde hatte wenige Monate zuvor den Höhlendrachen Ygladrog in den Koschbergen erschlagen, nachdem dieser einen Ingerimmtempel überfallen und geplündert hatte. Weiterhin war Utsinde zweimal Sieger in der Gratenfelser Grafenturnei und eine über die Nordmarken hinaus berühmte Ritterin. Utsinde befahl umgehend nach ihrer Belehnung den Bau einer kleinen Burg, heute als »Turm Sturzwacht« bekannt. Der Ort wurde so gewählt, dass die Burg sowohl über die Sturzlerbrücke als auch über den Zugang zur Kupfermine wachte.
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162 BF

Flutkatastrophe am Großen Fluss

Zwei Jahrhunderte nach der fürchterlichen Flut von 13 v. BF trat der Große Fluss 162 BF erneut weit über seine Ufer, die Altenau wurde wieder einmal vollständig überflutet, fast alle Bewohner des Freyener Landes kamen ums Leben. Der Hafen Twergenhausens wurde verwüstet, Teile der flussseitigen Stadtmauer stürzten nach Unterspülungen ein.
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Ende 162 BF

Die »Bürgermeisterfehde« zwischen den Häusern Gliependiek und Kessler

Nach dem Tode der ersten Bürgermeisterin Wengberta Ochs’ stritten die Häuser Gliependiek und Kessler um die Nachfolge. Es kam zu Handgreiflichkeiten im Ratssaal, die zu offenen Straßenschlachten in Twergenhausen eskalieren. Das Haus Gliependiek setzte sich vorerst durch, Efferdiane Gliependiek wurde die erste Twergenhäuser Bürgermeisterin aus dem Hause Gliependiek. Die Streitigkeiten der beiden mächtigen Patrizierhäuser sollten immer wieder aufflammen. Das Haus Gliependiek war zu diesem Zeitpunkt schon seit Jahrzehnten nicht mehr im Handwerk tätig, sondern lebte mittlerweile wie die anderen Patrizier vom Flusshandel sowie der Pacht der umfassenden Besitzungen in der Growinsmark.
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167 BF

Beginn des systematischen Ausbaus der Handelswege im Eisenwald zur Via Ferra

Die Twergenhäuser waren auch zwei Jahrzehnte nach dem letzten Überfall wie alle Anrainer des Großen Flusses noch immer noch in tiefer Sorge vor einer Rückkehr der Thorwalpiraten, weshalb sich niemand mehr auf den Großen Fluss als alleinigem Handelsweg verlassen wollte. So wurde 167 BF auf herzoglich-nordmärkisches und gräflich-isenhager Geheiß damit begonnen, die bereits seit 122 BF erschlossenen zwergischen Handelswege durch den Eisenwald systematisch für menschliche Bedürfnisse auszubauen und Siedler in den durch die Lex Zwergia für Menschen fast uneingeschränkt geöffneten Eisenwald zu locken. Orkische Sklaven mussten Bäume fällen, Felsen zertrümmern und Felsgrate sichern. Im Abstand von Tagesreisen wurden Dörfer gegründet und Berggasthöfe errichtet. Von Twergenhausen ausgehend wurden in den Jahren nach der Siegelung der Lex Zwergia über Gebirgspässe führende Handelswege gen Elenvina und Punin erschlossen, die bald schon als »Via Ferra« bekannt wurden. Die »Almadanische Via Ferra« führte nach Punin, die »Nordmärkische Via Ferra« nach Elenvina.
Auch ohne die Rückkehr der Thorwalpiraten erwiesen sich diese neuen, nun selbst für Karren befahrbaren Routen als äußerst nützlich und handelsfördernd. So stieg die bis dahin unbedeutende Zwergenstadt Makamesch in der Baronie Liepenstein durch den Bau der Via Ferra zum wichtigsten Handelsplatz des östlichen Eisenwaldes auf, vor allem aber wurde Twergenhausen das »Tor zum Eisenwald« und die wichtigste Handelsstadt des Isenhag. Überall an der Via Ferra begannen nun die Dörfer im Eisenwald zu wachsen: Nicht wenige Bewohner der fruchtbaren, aber von den Thorwalern bedrohten Flusstäler zogen ins eher karge, aber sichere Bergland.
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168 BF

Das Gut Maringen wird gegründet

Im Jahrzehnt nach dem Inkrafttreten der Lex Zwergia begannen Siedler aus Dohlenfelde damit, das linke Darlinufer urbar zu machen, denn die Expansion Dohlenfeldes war nach der Siegelung der Lex Zwergia nach Westen und Süden gerichtet: Der Gutshof Maringen wurde 168 BF errichtet, sein Umland gerodet.
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170 BF

Das Wirken des Nitram von Fallenwerth

Nitram von Fallenwerth, ein jüngerer Bruder des Grafen zu Ambrocebrâ und Offizier in den Diensten des nordmärkischen Herzogs, wurde durch seine rücksichtslose Pflichterfüllung schon zu Lebzeiten berühmt. Zwölf Jahre nach seinem Tode, im Jahre 214 BF wurde Nitram von Fallenwerth vom Boten des Lichts heiliggesprochen.

»Die Legende des Heiligen Nitram

Es war an einem eisigen Firunstag im efferdwärtigen Eisenwald. Schwere graue Wolken verdeckten den Himmel, Praios’ Antlitz war nicht zu erblicken. Ein niederhöllisch kalter Wind rüttelte an den kahlen Ästen der Bäume, und Schneetreiben erfüllte die Luft.
Auf der Via Ferra ritten drei junge Ritter im Rock des Herzogs vom Großen Fluss. Sie kamen aus dem Almadischen, wo der einzige noch lebende Sohn des Herzogs mit seiner Gattin überwinterte, und hatten bereits viele anstrengende Tagesritte hinter sich. Die Gattin des Kronprinzen, der von äußerst schwacher Gesundheit war, hatte in vielen Ehejahren bislang noch keinem Erben das Leben geschenkt. Der alte Herzog war in großer Sorge, dass sein Sohn der letzte seiner Blutlinie sein könnte. Täglich flehte er die Zwölfe an, und einem jeden seiner Untertanen war es befohlen, jeden Tag ein Gebet an die Frau Tsa zu richten, auf dass dem Herzogtum ein Thronerbe geschenkt werde. Die brennende Sorge um seine Provinz ließ den Herzog von Tag zu Tag zusehends altern. Doch nun war das Wunder geschehen, ein gesunder und kräftiger Knabe ward geboren!
Die drei Ritter waren vom Erbprinzen umgehend ausgeschickt worden, um die freudige Nachricht zur Feste Eilenwïd-über-den-Wassern zu tragen, auf dass der Herzog sich an der Neuigkeit ergötze. Doch in der Kälte war der Boden gefroren. Die Reiter mussten achten, dass ihre Pferde nicht ausglitten und kamen nur noch langsam voran. Sie ritten also so schnell sie nur konnten durch die grimmige Kälte, die von Tag zu Tag bitterer wurde. Das schöne Elenvina, der Herzöge Heimstatt, konnte nicht mehr weit sein, es dunkelte aber schon. Vielleicht bis zum Morgengrauen mochte es möglich sein, die hoch aufragenden, granitenen Mauern zu erblicken. Da sahen die Ritter eine Jagdhütte am Wegesrand. Einer der drei Boten, der vor Kälte schon ganz blaue Lippen hatte, sprach zu seinen Kameraden: ,Ich bitte Euch, lasst uns hier rasten bis morgen früh. Ich kann meine Glieder nicht mehr bewegen, bald kann ich mich nicht mehr im Sattel halten.‘
Der zweite Ritter stimmte in das Klagelied ein, und die beiden setzten ihren Ritt nicht fort. Doch der dritte Reiter, der die Befehlsgewalt über die beiden Widerspenstigen hatte und den Namen Nitram trug, fühlte sich einzig seinem Auftrage verpflichtet, und orderte die beiden anderen, den Ritt fortzusetzen. Doch diese weigerten sich statthaft, drohten gar mit ihren scharfen Klingen. Um seinen Auftrag nicht zu gefährden, sah Nitram keine Möglichkeit, als alleine weiter zu reiten.
So blieben zwei der jungen Ritter in der schützenden Jagdhütte zurück, während Nitram in die finstere, sternlose Firunsacht hineinritt. Er hatte Sorge um sein treues Streitross, das ihm schon so lange gute Dienste geleistet hatte. Daher ritt er vorsichtig auf dem schlechten, gefrorenen Weg weiter und achtete, dass das Tier keinen Schaden nahm. Er gab seinem Pferd die letzten Körner aus dem Hafersack, er selbst hatte schon seit zwei Tagen nichts mehr gegessen. Die Jagdhütte war bald nicht mehr zu sehen.
Der Wind wurde stärker, und das Schneetreiben wurde immer dichter. Feine Schneeflocken wehten dem tapferen Nitram wie spitze Nadeln ins Gesicht. Er hüllte sich noch fester in seinen weiten, warmen Pelzmantel und hielt mit blau gefrorenen Fingern die Zügel fest. Kurz hinter einem einsamen, verlassenen Gehöft trat unversehens ein ärmlich gekleideter und vom grimmen Froste gezeichneter Greis zum Pferde des Ritters und bettelte diesen mit schwacher, flehender Stimme an: "Oh, Hoher Herr, zeigt Erbarmen mit einem armen alten Manne und gebt mir einen Teil Eures ach so langen Mantels, auf dass ich nicht erfrieren muss." Der pflichtbewusste Ritter sah jedoch die Gefahr, dass er selbst auf dem Wege zur Eilenwïd erfrieren könnte und seine Nachricht nicht den Herzog erreichen würde. Er erwiderte daher voller Entschlossenheit: ,Nein, Bettler! Ich kann Ihm nichts von meinem Mantel geben, nun weiche Er von meinem Wege!‘ Doch der Bettler wurde unverschämt, griff erst nach den Zügeln des Rosses und dann mit gierigen und überraschend stärken Händen nach dem Mantel des Ritters, um ihm diesen von den Schultern zu reißen. Der alte Mann drohte mit seiner Dreistigkeit erfolgreich zu sein, da zog Nitram mit einem tausendfach geübten Griff sein langes Schwert aus bestem Eisenwalder Stahl. Ohne zu zögern und mit einem einzigen kräftigen Hieb spaltete er das Haupt des Bettlers in zwei Teile, so dass dieser augenblicklich hintüber fiel, und sein Lebenssaft sich in Strömen in den blütenweißen Schnee ergoss und auch Nitrams Kleidung mit tiefroten Spritzern besudelte. Der Ritter sprach ein Totengebet für des Erschlagenen Seele und säuberte seine Klinge, an der das Blut bereits zu dicken Tropfen gefroren war. Danach rückte er seinen wohlig warmen Mantel zurecht und machte sich wieder auf den Weg in Kälte und Dunkelheit.
Es war nicht lange nach Morgengrauen, da erblickte der einsame Ritter die Zinnen der Herzogenburg Eilenwïd-über-den-Wassern. Die Stadtwachen am Tor Elenvinas ließen ihn sofort ein, und wenig später befand sich Nitram im Rittersaal der Burg, um seinem Herzog getreulich Bericht zu erstatten. Der alte Herrscher war unbeschreiblich erfreut über die frohe Botschaft aus dem Almadischen. Seinem Sohn war ein Erbe geboren worden, die Zukunft des Herzogtums war gesichert!
Da fragte der gute Herzog, was denn mit dem Pelzmantel des Ritters geschehen sei, was die Blutflecken darauf zu bedeuten hätten. Nitram berichtete bescheiden und wahrheitsgemäß, wie es sich begeben hatte, und der Herzog der Nordmarken sprach zu ihm: ,Mein guter Ritter, Ihr habt nicht anders gehandelt, als ich es selbst getan hätte und von jedem meiner Vasallen verlange! Praios schaut mit großen Wohlgefallen auf Euch!‘ Danach schickte der Herr der Eilenwïd seine Mannen aus, die beiden befehlsverweigernden Kameraden Nitrams zu suchen, und sie wurden noch am selben Tag enthauptet, ganz wie es das Gesetz befahl.
In der folgenden Nacht erwachte der Ritter durch ein helles Licht. Ein güldengleißender Falke, der Herr Ucuri, der Verkünder der göttlichen Ordnung des Herrn Praios und Wächter der Nachtstunden, schwebte in der Kasematte, in der Nitram untergekommen war. Der Herr Ucuri, ganz erhaben und voller Pracht, hub an zu sprechen: ,So gehorsam und pflichtbewusst, wie Du warst, sollst Du, stolzer Ritter, dem Gott der Könige und König der Götter dienen!‘ Dieses Erlebnis bewegte Nitram aus tiefstem Herzen. Er fühlte sich aufgerufen, dem Pfad des Herrn Praios zu folgen. So quittierte er, nachdem er die Erlaubnis seines Herzogs erhalten hatte, seinen Dienst und trat voller heiligem Eifer der Gemeinschaft des Lichtes bei, in der er schon bald die Weihen des Herrn Praios empfing. Mit seinem Pflichtbewusstsein, seiner Geradlinigkeit und seinem Sinn für die praiosgefällige Ordnung stieg Nitram schon bald zum Inquisitor auf und wirkte bis zu seinem Lebensende selbstlos für den Boten des Lichtes, den Statthalter Praios’ auf Deren. Viele Ritter allüberall im Raulschen Reiche folgen bis heute dem strahlenden Vorbild des Heiligen Nitram.

(aus dem Kompendium »Zwölf mal zwölf Heilige aus dem Lande Hlûthars«Elenvina 1024 BF, in Auszügen nachgedruckt in den Nordmärker Nachrichten)

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172 BF

Die Barone Dohlenfeldes ziehen von Burg Darlinmund am Großen Fluss auf Burg Katzenstein im Hinterland um

172 BF gab Baron Thorkar Hardredsson seinen Sitz auf Burg Darlinmund auf und bezog Burg Katzenstein, die heute als Burg Schwarzfels bekannt ist. Burg Katzenstein war strategisch günstig auf einer Insel am Zusammenfluss von Darlin und Schwarzbach errichtet worden, von der aus sowohl die Almadanische als auch die Nordmärkische Via Ferra überblickt – und bezollt – werden konnten. Durch die Abschaffung der Sklaverei im Mittelreich durch Kaiser Gerbald im Jahre 185 BF sollte Burg Katzenstein das letzte große Bauwerk Dohlenfeldes bleiben, das durch die Arbeitskraft von Ork- und Goblinsklaven errichtet worden war.
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178 BF

Stiftung des Rittergutes Freyen

Im Jahre 178 BF verschenkte der Graf zu Gratenfels das bei der Flutkatastrophe von 162 BF entvölkerte Freyener Land: Er machte den fruchtbaren Streifen Land am isenhagschen Ufer des Großen Fluss, der zu seinem Hausgut gehörte, als »Rittergut Freyen« zum Hochzeitsgeschenk für den Warunker und Wehrheimer Grafen Azzo II. von Bregelsaum und dessen Gattin, der Gratenfelser Ritterin Brunna von Hlûtharingen. Die Hochzeit des Paares gilt als die prunkvollste Adelshochzeit der aventurischen Geschichte. Azzo II. verlieh das Rittergut an seinen Neffen Adalhelm von Bregelsaum, der in den nächsten Jahren auf einer kleinen Insel im Großen Fluss in der Nähe des heutigen Guts Efferdshain mit Burg Bregelstolz eine der beeindruckendsten Wasserburgen des Neuen Reiches erbauen ließ. Im menschenleeren Freyener Land wurden nun Unfreie aus Nordgratenfels angesiedelt – der stolze, auf die Freiheit seiner Bewohner verweisende Name des Uferstreifens blieb jedoch erhalten.
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186 BF

Abschluss des Ausbaus von Burg Darlinmund

Nach 26 Jahren Bauzeit war Burg Darlinmund endlich zur Zufriedenheit des Grafen in Calbrozim ausgebaut worden. Wie 160 BF vereinbart, wurde die Burg zum Aufbewahrungsort der Kleinodien der Grafschaft, des Gräflichen Adelsregisters sowie des Ständetagsarchivs.
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189 BF

Die erste Handwerkerzunft in Twergenhausen wird aktenkundig

In offensichtlicher Imitation der Bruderschaften in Erzweiler und Dohlenfelde schlossen sich 189 BF die Schmiede Twergenhausens in der »Amboss-Zunft der Eisenwerker« zusammen. In den nächsten Jahrzehnten sollten alle Zünfte entstehen, die Twergenhausen bis heute prägen.
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195 BF

Die Barone zu Dohlenfelde nehmen den Namen »Katzenstein« an

Die Enkelin und Nachfolgerin Baron Thorkars, Griffdane Swafnildsdottir, nahm am Tage ihrer Krönung in Darlinstein im Jahre 195 BF feierlich den Namen »von Katzenstein« an und wählte sich auch ein neues Wappen.
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200 BF

Dorf und Junkergut Growingen werden in der Growinsmark gegründet

Mehrere Gehöfte der Growinsmark, dem Hinterland Twergenhausens, wurden zum Dorf »Growingen« zusammengefasst, Griffdane von Katzenstein ernannte ihren Sohn Rondred von Katzenstein zum ersten Junker zu Growingen. Das Junkergut Growingen wurde in den nächsten Generationen immer wieder an den Thronfolger der Baronie verliehen.
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214 BF

Die Heiligsprechung Nitrams von Fallenwerth

Im Jahre 214 BF sprach der Bote des Lichtes Nitram von Fallenwerth zwölf Jahre nach dessen Tod als Schutzpatron der Botenreiter heilig. Algrid von Fallenwerth, Nichte Nitrams und Gräfin zu Ambrocebrâ, bekehrte sich umgehend zum Kult des Praios. Sie bat den Boten des Lichtes, fürderhin den praiosheiligen Greif im Wappen führen zu dürfen. Und so wurde der rote Luchs, der Wappen der Fallenwerths seit Jahrhunderten zierte, durch den roten Greif ersetzt. Das geschwärzte Silber der Dämonenschlacht wurde beibehalten. Ganz im Sinne des Sankt Nitram wählte das Haus Fallenwerth das bosparanische »SERVIO« (Ich diene) zum neuen Wappenspruch.
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217 BF

Die Herzogenstraße von Twerrgenhausen nach Albenhus wird fertiggestellt

217 BF wurde die dem Großen Fluss folgende Herzogenstraße von Twergenhausen nach Albenhus fertiggestellt, die alte, weiter im Hinterland verlaufende Heerstraße wurde unwichtig und verfallen gelassen.
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251 BF

Maringen wird ein Lehen des Theaterordens

Im Jahre 251 BF wurde Maringen vom Herzog der Nordmarken dem Theaterorden zum Lehen gegeben. Mit großem Prunk zog ein Ritter des wichtigsten aller Rondraorden auf dem Gut ein, das aufgrund seiner fruchtbaren Weiden und Äcker viele Siedler angezogen hatte.
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260 BF

Die erste »Twergenhäuser Erzmesse« wird veranstaltet

Zum hundertjährigen Jubiläum der Lex Zwergia wurde in Twergenhausen im Jahre 260 BF die erste »Twergenhäuser Erzmesse« abgehalten. Auf der Messe wurden im Eisenwald geförderte Erze und Metalle ausgestellt und Interessierten präsentiert. Die Messe wird seither aufgrund des großen Zuspruchs des Fachpublikums alle zwei Jahre veranstaltet.
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277 BF

Aufnahme der Familie Steinhauer in den Patrizierstand

Der Twergenhäuser Zweig der eigentlich aus Erzweiler stammenden Familie Steinhauer wurde in den Patrizierstand erhoben. Nun saßen fünf Familien im Magistrat der Stadt: Gliependiek, Kessler, Ochs, Rastenburg und Steinhauer.
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278 BF

»Hochzeitsfehde« zwischen den Häusern Gliependiek und Kessler

Entgegen einem Versprechen der Oberhäupter beider Familien heiratet ein Mitglied der Familie Steinhauer eine Patrizierin aus der Familie Gliependiek. Die Familie Kessler sieht sich von dem Bündnis bedroht, der Traviahochgeweihte aus dem Hause Kessler verweigert dem Ehebund seinen Segen. Als das Paar sich von einem Traviageweihten aus Elenvina trauen lässt, erklärt das Haus Kessler wegen Wortbruchs die Fehde. Die Kämpfe der folgenden Monate kosten zahlreiche Menschenleben, am Ende einigen sich die Patrizier auf ein Gesetz, dass heiraten der Patrizierfamilien untereinander verbietet, solange nicht alle Familien dem Ehebund zustimmen.
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294 BF

Das Grabmal des Rondraheiligen Reghian wird entdeckt

An der alten Heerstraße, ganz in der Nähe des 2 BF von den Goblins zerstörten und danach nicht mehr aufgebauten Kastell Bolenacum, wurde im Jahre 294 BF von einem heute unbekannten Krieger in einer Höhle unter einem dichtbewaldeten Hügel das Grabmal des – von der Kirche nicht anerkannten – Rondraheiligen Reghian gefunden, der Hügel wird seither Reghiansstein genannt. Der Krieger stiftete zu Ehren des Heiligen eine rondra- und borongefällige Grabesgemeinschaft, welche in den kommenden Jahren über der Ruine Bolenacums die kleine Burg Wolenach errichtete.

Meisterinformationen (Text wird sichtbar durch Markieren):
Reghian war niemand anderes als der aus dem Regengebirge stammende, korgläubige Decurio Regianus, der 563 vor Bosparans Fall den Heldentod gestorben war.
 
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