Wappen der Baronie Dohlenfelde und der Herzogenstadt Twergenhausen

Die Ära Baron Rulmaschs
von 350 bis 465 nach Bosparans Fall

Die längste Zeit der Priesterkaiserherrschaft war der zwölfgöttergläubige Hügelzwerg Rulmasch Sohn des Rufox Baron zu Dohlenfelde. Die Herrschaft der Praiosgeweihtenschafts zwang weite Teile der Bevölkerung in große Armut gestürzt und kostete viele ihre persönliche Freiheit. Die bis dahin bedeutenden Sumu-, Satuaria- und Feenkulte wurden so gut wie ausgerottet, alle Dohlenfelder verehrten nun die Zwölfe. Wann die letzte Auelfensiedlung in den Grenzen der Baronie aufgegeben oder zerstört wurde, ist nicht bekannt. Die letzte schriftliche Erwähnung eines Elfendorfes im Jahre 393 BF.
 

350 BF

Rulmasch Sohn des Rufox wird Baron zu Dohlenfelde

Nach dem Tode Ronwalds von Katzenstein bestallte Radegast, dem die Verwaltung der Grafschaft Isenhag oblag, den aus Angbar stammenden, zwölfgöttergläubigen Hügelzwerg Rulmasch Sohn des Rufox zum neuen Baron. Der wichtigste Grund war, dass der Inquisitor die Notwendigkeit erkannt hatte, die Beziehungen zu den Angroschim trotz der Aufkündigung der Lex Zwergia wieder etwas zu entspannen. Inzwischen hatte in Gareth Noralec Praiowar I., der als weisester aller Priesterkaiser gilt, den Thron bestiegen. So stand der Krönung des zwölfgöttergläubigen Hügelzwergs Rulmasch – der als Schustermeister ein Akoluth des Ingerimm war – als Baron Dohlenfeldes nichts entgegen. Die Krönung wurde zum ersten Mal seit zwei Jahrhunderten nicht mehr vom Landadel Dohlenfeldes am Darlinstein vorgenommen, sondern von einer Praiosgeweihten: Die von Hochwürden Radegast bestallte Hochgeweihte des Sankta-Lechmin-von-Weiseprein-Tempels zu Dohlenfelde setzte Rulmasch im Hauptort der Baronie die stählerne, perlenbesetzte Darlinkrone auf das Haupt. Dennoch fühlte sich der Hügelzwerg Praios nicht sonderlich verpflichtet: Rulmasch, den die Bevölkerung bald nur noch als »Kleinen Basaltschädel« bezeichnete, setzte sich bis an die Grenzen des Hochverrats für die Bewohner seiner Baronie ein. Er stellte unter anderem alle Tempel der Zwölfe unter seinen persönlichen Schutz und bestand darauf, dass priesterkaiserliche Steuereintreiber nur mit seiner Zustimmung Dohlenfelde betreten durften. Er erlangte durch seine Taten sogar den Respekt des Geweihten des Dohlenfelder Praiostempels, der dadurch, dass Radegast Twergenhausen nicht mehr verließ, viel Handlungsfreiheit gewonnen hatte.
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357 BF

Gründung und Privilegierung der Darlinschen Zeidlerzunft

Der Herzogen-Wahrer zu Elenvina benötigte für die praiosgefällige Beleuchtung seiner prächtigen Tempel Unmengen an Kerzen, wozu Unmengen an Bienenwachs nötig waren. Um die Produktion des Rohstoffes anzukurbeln, ordnete der nordmärkische Provinzherr im Jahre 357 BF an, dass sich die Zeidler überall in seinem Machtbereich zu Zünften zusammenschließen und einzig der Gerichtsbarkeit der Wehrhalle unterliegen sollten. Auch anderweitig privilegierte er die Zeidler auf fast unerhörte Weise: Er erließ den Waldimkern jegliche Abgaben.
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361 BF

Altengrund wird Twergenhäuser Untertanenort

Im Jahre 361 BF wurde die Ortschaft Altengrund zum Untertanenort der Stadt Twergenhausen erklärt. Dieser Entscheidung des Herzogen-Wahrers in Elenvina konnte sich der Gratenfelser Graf nicht widersetzen.
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366 BF

Eroberung Altengrunds durch Twergenhäuser Truppen

In Twergenhausen wurde im Jahre 366 BF bemerkt, dass die Altengrunder Schmuggel auf dem Großen Fluss betrieben. Twergenhäuser Stadtwehrkämpfer besetzten die Ortschaft, ein Dutzend »Rädelsführer« wurde hingerichtet. Die Wasserburg Bregelstolz, der Sitz der Ritter zu Freyen aus dem Hause Bregelsaum, wurde von den Twergenhäusenern belagert, hielt jedoch mehrere Monate stand. Als eine Seuche in den Reihen der Twergenhäuser ausbrach, beendeten sie die Belagerung.
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372 BF

Gründung der Flussschiffwerft Klippstein in Twergenhausen

Die Zunft der Bootsbauer zu Twergenhausen bekam 372 BF überrschenderweise den Auftrag des Herzogen-Wahrers, mehrere Flussgaleeren auf Kiel zu legen. Die Bootsbauerfamilie Klippstein errichtete daraufhin deutlich größere Werkstätten, was den Grundstein zur »Flussschiffwerft Klippstein« legte, die schon bald eine der bedeutendsten am Großen Fluss war. Im gleichen Jahr wurde mit der Erweiterung der Stadtmauer um die »Praiosstadt« (heutzutage »Eisenstadt« ) begonnen.
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377 BF

Erste Erweiterung der Stadtmauer Twergenhausens

Im Jahre 377 BF war die Erweiterung der Stadtmauer um die » Praiosstadt« im Osten Twergenhausens abgeschlossen, die Stadt hatte nun drei Viertel: Oberstadt, Efferdstadt und Praiosstadt.
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388 BF

Tod Radegasts von Greifenfurt, Goldfund in Grambosch

Am Südhang der Grambdohöhen, in der Nähe Gramboschs an der praioswärtigen Flanke des Eisenwaldes, wurde – nach einem Weistraum, den der uralte Radegast auf seinem Totenbett hatte – im Jahre 388 BF Gold gefunden. Doch die Expedition der Praioskirche, die das Gold entdeckte, hielt den Fund vorerst geheim und berichteten nur dem Sonnengebieter zu Punin, denn aufgrund der Grenzziehung der Lex Zwergia war Grambosch kein Teil des Isenhag, sondern ein Teil Almadas. Dieser – sich der potentiellen Ansprüche des Bergkönigs zu Eisenwald auf das Gold wohl bewusst – entsandte einen Inquisitor mit einem Banner Sonnenlegionäre, um »für Herrn Praios zu sichern, was des Herrn Praios ist«. Die Sonnenlegionäre errichteten an der Fundstelle ein provisorisches Feldlager, das den praiosgefälligen Namen »Auradur« erhielt. Umgehend wurde damit begonnen, an der Fundstätte eine große Festungsanlage zu errichten.
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398 BF

Fertigstellung der Festung Auradur, die Goldförderung beginnt

Nach zehn Jahren Bauzeit war die Festung Auradur durch den massiven Einsatz von Zwangs- und Fronarbeitern fertiggestellt, und der kommandierende Inquisitor befahl die Aufnahme der Goldförderung. Die Zwangsarbeiter trieben nun Stollen entlang der Goldadern in die Tiefe, und nun reagierten auch die Angroschim. Ein Sondergesandter des Bergkönigs vom Eisenwald forderte den Inquisitor vergebens auf, die Goldförderung einzustellen, da die Schätze Angroschs nicht den Menschen und ihrem Sonnengott zustünden.
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Ende 398 BF

Angriff der Angroschim auf Auradur

Einige Monde nach Abweisung des bergköniglichen Gesandten unternahmen ein halbes Hundert Zwergenkrieger durch einen heimlich getriebenen Stollen einen Überraschungsangriff auf Auradur. Es kam im Inneren der Festung zu heftigen Kämpfen zwischen den Sonnenlegionären und den Angroschim, und es sah alles danach aus, als würden die Angroschim über die Menschen triumphieren. Dann jedoch trat der von einer goldenen Aureole umspielte Inquisitor vor die Kämpfenden und rief einen Bannstrahl seines Herrn auf die Angroschim herab, die alle niedergeworfen und anschließend von den Sonnenlegionären enthauptet wurden. Die Köpfe der Angroschim wurden als Mahnung auf den Zinnen Auradurs aufgepflanzt, die Zwerge wagten keinen weiteren Angriff.
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400 BF

Heiligsprechung Radegasts von Greifenfurt

Priesterkaiser Noralec Praiowar I. sprach zwölf Jahre nach dessen Tod Radegast von Greifenfurt heilig – zum einen für den Schutz Twergenhausens vor den Namenlosen Pocken, zum anderen für seine Vision, die zu den Goldfunden in Auradur führte.
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404 BF

Das Jahr ohne Sommer

Im Jahre 404 BF gab es in weiten Teilen Nordmarkens keinen Sommer, der Frühling 403 BF ging nahtlos in den Herbst 404 BF über, die Ähren wuchsen nur äußerst kümmerlich. Im darauffolgenden Jahr verhungerte fast ein Viertel der Landbevölkerung.
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409 BF

Beginn des Baus der Ucuri-Sakrale zu Twergenhausen

Im Jahre 409 BF bat die damalige für den Isenhag zuständige Inquisitorin des Ordens der Göttlichen Kraft den großen und später heiliggesprochenen Garether Tempelbaumeister Owilmar, Pläne für einen neuen, noch prächtigeren Praiostempel für den Isenhag zu zeichnen. Ihr schwebte eine prächtige Tempelanlage im Herzen der Growinsmark vor. Doch als Owilmar sich Karten des Isenhag betrachtete, und danach Stadtpläne Twergenhausens sah, wählte der den Burgberg mit Burg Darlinmund als Standort für den neuen Tempel aus. Ohne Twergenhausen jemals mit eigenen Augen gesehen zu haben, zeichnete er nur auf Basis eines Stadtplanes und der Beschreibungen einer Twergenhäuser Ratsdame höchst detaillierte Baupläne für den neuen Tempel. Weiterhin hatte Owilmar eine Vision, in der er einen riesigen, güldenen Falken auf dem Growinssitz ruhen sah. Die Inquisitorin der Grafschaft Isenhag sah darin ein Zeichen Praios’ und bestimmte, dass der neue Tempel dem Praiossohn Ucuri geweiht werden solle. Wenige Wochen später wurde damit begonnen, Burg Darlinmund Stein für Stein niederzureißen, die Inquisitorin der Grafschaft Isenhag verlegte ihren Amtssitz an den Hof des Herzogen-Wahrers nach Elenvina. Auch die prächtige Villa der Patrizierfamilie Gliependiek wurde eingerissen, die Patrizier zogen in ein neues Domizil in der Efferdstadt.
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415 BF

Gyllynde von Bregelsaum wird Baronin zu Dohlenfelde

Der Goldfund in Auradur hatte allerlei zwielichtiges Gesindel in den Eisenwald gelockt. Die Abenteurer fanden zwar kein weiteres Gold, beflügelten jedoch den Schmuggel gerade auf der Via Ferra, der 415 BF am Volumen den legalen Handel bei weitem überschritt. Um den Schmuggel einzudämmen, verfügte der Elenviner Herzogen-Wahrer auf einen Ratschlag der Inquisitorin der Grafschaft Isenhag im Jahre 415 BF, Burg Katzenstein an der Via Ferra und Burg Bregelstolz im Großen Fluss zu Zollfesten der Sonnenlegion auszubauen. Die Herrin von Burg Bregelstolz, Ritterin Gyllynde von Bregelsaum zu Freyen – eine entfernte Verwandte Priesterkaiser Gurvans – wurde zur Obristin der Sonnenlegion im Isenhag und zugleich zur Baronin Dohlenfeldes erhoben. Ihrem Herrschaftsgebiet wurden zudem Altengrund und vor allem auch die Stadt Twergenhausen zugeschlagen. Der Rat Twergenhausens empfing die neue Stadtherrin feierlich, diese bestätigte das Privilegium Sighelmi, der Unmut der Bürger gegen die »Altenauer Ritterin« hielt sich in Grenzen. Der vormalige Dohlenfelder Baron Rulmasch wurde zum Vogt degradiert und musste nach Dohlenfelde ziehen.
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Ende 415 BF

Eine zusätzliche Tempelabgabe führt zu Unruhen in der Bevölkerung

Bald wurde klar, dass der 409 BF begonnene Tempelneubau zu Twergenhausen die finanziellen Möglichkeiten des Isenhag bei weitem überstieg, Meister Owilmars Pläne waren nicht nur architektonisch anspruchsvoll, sondern verlangten auch edelstes Baumaterial. Um den Ucuri-Tempel zu finanzieren, wäre entweder das Gold Auradurs nötig, oder aber eine Sondersteuer. Da Auradur aber dem Sonnengebieter zu Punin unterstand, war diese Einkommensquelle unerreichbar, so dass das verschwenderische Vorhaben durch die Eintreibung einer zusätzlichen Tempelabgabe finanziert werden musste.
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Winter 416 BF

Die Reghianer brennen Burg Katzenstein nieder

Nur ein Jahr nach dem Ausbau von Burg Katzenstein und wenige Monate nach der Erhebung der Sonderabgabe nahmen die Reghianer aus dem Wolenacher Forst mitten im Winter – der Darlin war vollständig zugefroren, die Sonnenlegionäre hatten aufgrund des bitteren Frostes die Wachen reduziert und rechneten ohnehin nicht mit einem Angriff – die Zollfeste Katzenstein an der Via Ferra im Sturm mit einer großen Übermacht an und steckten die Burg in Brand. Der Erfolg hielt sich in Grenzen, denn nicht nur die Verluste der Rondrianer waren erschreckend hoch, sondern zu allem Überfluss stürzte die mächtige Wasserburg nicht ein, sondern wurde vom Ruß nur tief geschwärzt. Wenige Jahre später begannen die Einheimischen, die Burg Katzenstein »Schwarzfels« zu nennen.
Auch anderswo regte sich Widerstand gegen die Priesterkaiserherrschaft: Nachdem in Moxarosch 418 BF ein Steuereintreiber erschlagen worden war, wurde der dortige zwergische Vogt hingerichtet und Moxarosch mitsamt dem damals noch unbesiedelten Wilsitzer Land kurzerhand dem Priesterkaiser Helus loyalen Junkergut Erzweiler zugeschlagen, was für die Junker eine erhebliche Vergrößerung der Zahl ihrer Untertanen und damit einen deutlichen Machtzuwachs bedeutete, zumal das Junkergut nun die Via Ferra vom Darlin bis an die Grenze Rabensteins kontrollierte.
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419 BF

Priesterkaiser Helus lässt Baronin Gyllynde verbrennen

Als Priesterkaiser Gurvan 419 BF nach Al’Anfa verjagt wurde, fiel den anschließenden Säuberungen auch seine entfernte Base Gyllynde von Bregelsaum zum Opfer. Die Baronin wurde auf einem Scheiterhaufen auf dem Marktplatz Twergenhausens verbrannt, ihre Familie folgte Gurvan ins meridianische Exil. Twergenhäuser Bürger belagerten Burg Bregelstolz, nahmen diese schließlich ein und schleiften die Wasserburg.
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420 BF

Beginn des Baus des Oktogons und der Zollfeste Kleindarlinmund im Großen Fluss

Um den Schmuggel auf dem Großen Fluss besser bekämpfen zu können, ließ der Stadtrat auf Befehl des Allwasservogts des Herzogen-Wahrers am Zusammenfluss von Darlin und Großen Fluss im Jahre 420 BF eine mächtige Hafenzitadelle im damals beliebten Oktogonstil und auf einer vorgelagerten Insel den Zollturm »Kleindarlinmund« errichten. Zwischen Oktogon und Zollturm konnte eine schwere Kette gespannt werden, um die Fahrrinne des Großen Flusses zu sperren.
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421 BF

Die Festung Auradur wird mit Grambosch, Burg Katzenstein und Growingen dem Orden vom Bannstrahl Praios’ zum Lehen gegeben.

Die Festung Auradur wurde im Jahre 421 BF zusammen mit Xalatiko und Grambosch vom Puniner Sonnengebieter dem Orden vom Bannstrahl Praios’ zum Lehen gegeben, ein Ordenskomtur der Bannstrahl hielt feierlich Einzug. Mehrere Versuche der Bannstrahl-Ritter, den Magierturm in Grambosch zu stürmen oder zu zerstören, scheiterten und wurden daraufhin eingestellt.
Zur Flankierung der Belehnung der Bannstrahler mit Auradur wurde auch die schon wenige Monde nach dem Angriff im Winter 416 BF wiederaufgebaute Burg Katzenstein dem Bannstrahl Praios’ übergeben, ebenso das Junkergut Growingen und damit das Umland Twergenhausens. Auch auf der almadanischen Seite des Eisenwaldes erhielt der Orden zahlreiche Güter. Auf der Via Ferra patroullierten nun Bannstrahlritter mit dem Mandat, einen jeden, der sich verdächtig verhielt, an Ort und Stelle richten zu dürfen. Diese Maßnahme brachte den Schmuggel im Eisenwald tatsächlich zum Erliegen – aber auch der rechtschaffene Handel auf der Via Ferra brach zusammen. Dohlenfelde und Twergenhausen verarmten zusehends. Um die Zollausfälle auszugleichen, wurden erneut die Abgaben der Bauern erhöht, was dazu führte, das bald die große Mehrheit der Landbewohner Schuldknechte und damit Leibeigene waren.
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422 BF

Der Goldkuppenkrieg

Erzweilerer Truppen nahmen im Jahre 422 BF im Handstreich einen langen Abschnitt der Via Ferra von Moxarosch bis hinter den Berggasthof Goldkuppe ein – die Baronie Rabenstein leistete nur symbolischen Widerstand.
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435 BF

Die Patrizierverschwörung

Nach einer neuen Anordnung Priesterkaiser Helus wurde 435 BF der Stadt Twergenhausen der Handel mit allen Ungläubigen – also auch den Zwergen – gänzlich verboten. Die Patrizierfamilie Rastenburg setzte sich über das Verbot hinweg. Als der Herzogen-Wahrer davon erfuhr, ließ er den Bürgermeister und die gesamte Familie Rastenburg auf dem Scheiterhaufen verbrennen. Anderen Patriziern konnte, trotz entsprechender Gerüchte, keine Beteiligung an den illegalen Geschäften nachgewiesen werden. Doch der Hochgeweihte des Praiostempels misstraute den Patriziern von nun an und bestimmte, dass fürderhin neben den Patrizierfamilien Gliependiek, Kessler, Ochs und Steinhauer auch vier praiosgefällige Zunftmeister im Magistrat vertreten sein sollten.
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439 BF

Weihe der Ucuri-Sakrale zu Twergenhausen

Nach dreißig Jahren Bauzeit wurde die Ucuri-Sakrale auf dem Burgberg Twergenhausen, dem Growinssitz, im Jahre 439 BF endlich vollendet. Der neue Praiostempel überstrahlte alle Tempel des Isenhag bei weitem. Der Inquisitor der Grafschaft zog feierlich in die Hallen Burg Darlinmunds ein.
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441 BF

Die Gurvansche Restauration

Die dohlenfeldschen Bregelsaums kehrten mit ihrem Verwandten Priesterkaiser Gurvan 441 BF aus dem al’anfanischen Exil zurück. Praiosdank von Bregelsaum, der Sohn Gyllyndes, erhielt das Rittergut Freyen zurück und wurde wie seine Mutter zu einem Obersten der Sonnenlegion ernannt. Die Stadt Twergenhausen musste eine Wiedergutmachung an Praiosdank zahlen, die in etwa den Zoll- und Steuereinnahmen dreier Jahre entsprach, zudem mussten die Bürger der Stadt Fronarbeiter für den Wiederaufbau der Burg Bregelstolz stellen, die prächtiger als je zuvor wiedererrichtet wurde. Der Dohlenfelder Baronstitel blieb Praiosdank jedoch verwehrt, Baron Rulmasch wurde im Amt belassen. Um Konflikte zu vermeiden, wurde Praiosdank als Oberst nach Gareth beordert. Der Priesterkaiser Helus ergebene, auf Burg Darlinmund residierende Inquisitor des Isenhag und die dortige Befehligerin der Sonnenlegion wurden von einer gurvantreuen Inquisitorin zum Tode verurteilt, geblendet und im Zollturm Kleindarlinmund eingemauert, wo die beiden ein paar Tage später erbärmlich verdursteten. Bis dahin gellten die Schreie des Geweihten in jeder Nacht über den Großen Fluss und die Stadt. Der Zollturm auf der Flussinsel wurde fortan im Volksmund »Pfaffenturm« genannt. Die Patrizier Twergenhausens baten den Herzogen-Wahrer, auch die alte Stadtverfassung wiederherzustellen. Doch dieser lehnte die Bitte ab, die Zünfte blieben im Magistrat vertreten. Das Privilegium Sighelmi, das der Stadt die Selbstverwaltung sicherte, blieb jedoch in Kraft. Der neue für den Isenhag zuständige Inquisitor wählte nicht Burg Darlinmund als Amtssitz, sondern zog es vor, an der Seite des Herzogen-Wahrers in der Wehrhalle zu Elenvina residieren.
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455 BF

Beginn des Baus der Abtei Sankt Gurvan

Im Jahre 455 BF wurde Amelthona Praiadne II. auf dem Kaiserthron in Gareth von Gurvan Praiobur II. abgelöst, dem neuen Boten des Lichts und Kaiser. Der in Twergenhausen residierende Inquisitor wollte dem neuen Garether Herrscher wohlgefällig sein und plante im Einvernehmen mit dem Elenviner Herzogen-Wahrer den Bau einer mächtigen Abtei auf einem Hügel am linken Ufer des Darlin, genau gegenüber der Stadt gelegen. Die Pläne waren gigantisch, als Bauzeit waren mindestens zwei Jahrzehnte angesetzt, das Kloster, das den Namen Gurvans tragen würde, sollte zum Zentrum des Praioskultes und priesterkaiserlicher Herrschaft am Mittellauf des Großen Flusses werden und der Garether Kontrolle über die »widerspenstigen Zwergenlande« dienen. Der isenhagsche Adel wurde genötigt, unverhältnismäßig viele Bauarbeiter abzustellen: Jeder vierte Erwachsene sollte als Fronarbeiter auf der Baustelle der Abtei schuften. Manch ein belesener Priester und nicht wenige Angroschim erinnerten daran, dass vor mehr als einem Jahrhundert bereits die recht ähnliche Vision Priesterkaiser Aldecs vom »Praiosland Eisenwald« scheiterte. Doch alle Mahnungen fruchteten nicht, mit dem Bau der Abtei wurde begonnen.
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456 BF

Ritteraufstand gegen die Priesterkaiserherrschaft

Der Bau der Abtei Sankt Gurvan drohte den ganzen Isenhag zu ruinieren. Als der zuständige Inquisitor die Sonnenlegion ausschickte, um Arbeiter zwangszuverpflichten und Landadlige wegen mangelnder »Praiosgefälligkeit « in Ketten nach Elenvina bringen zu lassen, brach ein Ritteraufstand gegen die Priesterkaiserherrschaft aus, und auch im Junkergut Erzweiler regte sich Widerstand. Asgunde von Sturmfels, die Urururenkelin Hildruns der Heiligen, weigerte sich, Arbeiter für Sankt Gurvan zu stellen, und wurde daraufhin in Acht und Bann gestellt. Sie flüchtete, zusammen mit einigen weiteren Familienmitgliedern, zu den Reghianern im Wolenacher Forst, andere Sturmfelser suchten Zuflucht im Rabensteinschen. Einige Monate später überfielen Ritter und Waffenknechte der Reghianer zusammen mit den Sturmfelsern aus dem tiefen Eisenwald das Dorf Dohlenfelde. Ihr Ziel war der Praiostempel, der zerstört werden sollte, bevor die Bannstrahlritter und Sonnenlegionäre aus Burg Katzenstein als Entsatz eintreffen konnten. Doch Baron Rulmasch stellte sich den Angreifern mit einigen Dutzend bewaffneten Bauern gegenüber. Es kam zum Handgemenge zwischen den Reghianern und den Erzweilerern auf der einen, und den Leuten Rulmaschs auf der anderen Seite, und am Ende lagen ein Reghianer und sechs Bauern tot im Staub, Baron Rulmasch war niedergeritten und dabei schwerverletzt worden. Die Angreifer erschlugen die Praiosgeweihte, die sich ihnen am Tempelportal entgegenstellte und brannten den Tempel nieder. Nachdem sie noch einige Häuser von »Praiosknechten« angezündet hatten, zogen sich die Reghianer und Erzweilerer in die Wälder zurück, bevor die Bannstrahler von Burg Katzenstein eintrafen.
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Anfang 457 BF

Die Auflösung der Baronien Dohlenfelde und Eisenstieg und Gründung der Sonnenvogteien Dolini und Ambrocebrâ

Baron Rulmasch versuchte vergebens, in dem Konflikt zu vermitteln. Er wurde daraufhin zwar nicht nominell abgesetzt, aber dennoch »zur eigenen Sicherhei« auf Burg Katzenstein eingekerkert. Als ihn die Bannstrahler abführten, erinnerte der Hügelzwerg die Bauern und Handwerker Dohlenfeldes in einer letzten Rede daran, dass Ruhe zu wahren ihre erste Pflicht sei. Die Baronie Dohlenfelde wurde vom Herzogen-Wahrer zu Elenvina aufgelöst, an ihrer Statt wurde die »Sonnenvogtei Dolini« unter der direkten Verwaltung des Twergenhäuser Praiostempels und damit des Ordens der Göttlichen Kraft geschaffen. Die Herrschaft über Twergenhausen selbst verblieb beim Magistrat der Stadt, der sich ein weiteres Mal das Privilegium Sighelmi bestätigen ließ.
Zusammen mit der Baronie Dohlenfelde wurde auch die Baronie Eisenstieg unter der jungen Baronin Drahomira von Fallenwerth aufgelöst, als Sonnenvogtei Ambrocebrâ aber direkt der Elenviner Wehrhalle unterstellt. Drahomiras Lehen war nicht am Aufstand von 456 BF beteiligt gewesen und wurde aus unerfindlichen Gründen Opfer der Neuordnungen im Eisenwald. Im Gedenken an ihren Familienheiligen und Vorfahr Sankt Nitram und gemäß ihres Wahlspruchs »Ich diene« akzeptierten die Fallenwerths die Entscheidung des Herzogen-Wahrers.
Ein Großteil des Adels, vor allem der mehr oder minder heimlich Rondragläubigen, hatte sich in die Berge und Wälder zurückgezogen und unternahm von dort immer wieder Angriffe auf Praiostempel und Stützpunkte der Sonnenlegion. Der Eisenwald sollte bis zum Ende der Priesterkaiserherrschaft nicht mehr zur Ruhe kommen. Die Geweihten des Sonnengottes sahen jedoch ein (ohne dies zuzugeben), dass sie mit dem Abstellen der Fronarbeiter für die Abtei Sankt Gurvan zu weit gegangen waren. Von nun an arbeiteten nur noch Strafgefangene und Freiwillige auf der Baustelle. Eine Schätzung ging nun von einer Bauzeit von 50 Jahren aus.
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