Wappen der Baronie Dohlenfelde und der Herzogenstadt Twergenhausen

Der Aufstieg des Hauses Sturmfels
von 920 bis 941 nach Bosparans Fall

In den beginnenden Thronfolgekriegen war es der Jungfer zu Erzweiler gelungen, als Söldnerführerin große Macht und großen Reichtum zu erlangen. Am Ende der Thronfolgekriege stand die Jungfer auf Seiten des Siegers Perval. Ihre militärische Macht und ihre politischen Beziehungen setzte die Jungfer ohne Skrupel ein, um die Macht in Dohlenfelde an sich zu reißen.
 

921 BF

Rondhara von Albenhus wird in Twergenhausen empfangen

Im Jahre 920 BF endete im ganzen Westen des Reiches die Zeit des Wohlstandes und des Aufschwungs, als Kaiserin Rondhara von Albenhus, vom König des Lieblichen Feldes unterstützt, über Phecadien auf Elenvina marschierte. Dort erlittenen die nordmärkischen Ritter und Landwehrkämpfer – unter ihnen der Dohlenfelder Baron Kühnhardt von Bregelsaum – eine demütigende Niederlage gegen die liebfeldschen Söldner, der Herzog der Nordmarken unterwarf sich Kaiserin Rondhara. Anfang 921 BF erreichten die Söldner Rondharas Twergenhausen, das der Kaiserin einen umjubelten Empfang bereite. Der Magistrat der Stadt unter Bürgermeister Efferdan Gliependiek ließ sich von der hocherfreuten Rondhara das Privilegium Sighelmi umgehend bestätigen.
Auch Baron Kühnhardt von Bregelsaum schwor Kaiserni Rondhara widerwillig die Treue. Die Kaiserin zweifelte aber von Anfang an der Loyalität des Barons, der in der Schlacht bei Elenvina die Isenhager Reiterei befehligt hatte und ihre Söldlinge in arge Bedrängnis bringen konnte.
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Ende 921 BF

Burg Wolkenfold wird von Rondhara von Albenhus zerstört

Rondhara residierte für einige Monate auf Burg Darlinmund in Twergenhausen und ließ dort die Adligen der Nordmarken ihr die Aufwartung machen. Als sie den Orden der Reghianer aufforderte, ihr große Mengen Holz aus dem Wolkenfolder Forst zum Bau von Flussschiffen zu überlassen sowie Burg Wolkenfold für eine Garnison ihrer Söldner zu öffnen um die alte Heerstraße zu bewachen, weigerten sich diese mit dem Verweis auf ihre Neutralität im Konflikt um die Kaiserkrone. Als danach herauskam, dass der Orden Kaiser Barduron in einem Brief um militärische Hilfe gegen Rondhara gebeten hatte und seine Burg dem »legitimen Kaiser« zur Verfügung stellen wollte, betrachtete Rondhara dies als Hochverrat. Ihre Söldlinge, unterstützt von Twergenhäuser Bürgern, marschierten vor Burg Wolkenfold auf. Die dreißigfach unterlegenen Reghianer verschanzten sich hinter ihren Mauern und wehrten zwei Sturmangriffe der liebfeldschen Söldlinge ab. Daraufhin befahl der kommandierende Condottiere den Bau von Belagerungsgeschützen und ließ Burg Wolkenfold Tag und Nacht von einer immer größeren Anzahl Geschütze beschießen.
Als äußere Mauer in Trümmern lag, wurde ein erneuter Sturmangriff befohlen. Doch am inneren Mauerring scheiterten die Söldner, woraufhin sie sich aus der zerstörten Vorburg zurückziehen mussten. Der Beschuss wurde umso intensiver wieder aufgenommen. Erst als Burg Wolkenfold zur Gänze ein Ruinenfeld und selbst der Bergfried zur Hälfte eingestürzt war, rückten erneut Truppen vor. Da hissten die Reghianer die Kapitulationsflagge – doch es fand sich nur noch ein verwundeter Ritter in den Mauern. Die übrigen waren, mitsamt dem schwerverletzten Hochmeister, durch einen Geheimgang geflohen und hatten sich im Wolkenfolder Forst versteckt. Rondhara war so erzürnt über die Demütigung durch die Reghianer, dass sie den Condottiere enthaupten ließ. Nach der Eroberung der Burg, die einstens die prächtigste ganz Isenhags gewesen war, wurde der Palas notdürftig wiederhergestellt und von einem Halbbanner Söldner besetzt. Colga II., die Reichsedle von Wolkenfold, bemühte sich in dem Konflikt zwischen Rondhara und dem Orden, ihre Neutralität zu wahren.


Meisterinformationen (Text wird sichtbar durch Markieren):
Das Schreiben hatte die damalige Reichsedle von Wolkenfold, Colga II., gefälscht und über Mittelsmänner Rondhara zukommen lassen.
 
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924 BF

Das »Kaisertreffen in der Zwergenpforte«

Bei einem »Kaisertreffen« in der Zwergenpforte zwischen Rhondara von Albenhus und Porquid von Ferdok kommt es zum Eklat, weil beide die Unterwerfung des jeweils anderen fordern. In Twergenhausen rechnen nun alle mit einem Krieg gegen Ferdok.
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Ende 924 BF

Die Namenlosen Pocken wüten in Dohlenfelde und Twergenhausen, der Heilige Radegast verschont Growingen

Im Jahre 924 BF wurde der Eisenwald von der schwersten Seuche seit fast einem Jahrtausend getroffen: Die Namenlosen Pocken, nun Zorganpocken genannt, erreichten ein knappes Jahr nach ihrem Ausbruch in Aranien den Westen des Reiches. Mehr als jeder vierte Dohlenfelder und Twergenhäuser erlag der Krankheit. Besonders schwer wütete die Seuche im almadanischen Grambosch, wo fünf von sechs Einwohnern starben.
Einzig das Frondorf Growingen wurde durch das Erscheinen des Heiligen Radegast von Greifenfurt verschont. Umgeben von einer gleißenden Aureole umschritt der Heilige die Siedlung. Die Bauern Growingens errichteten Radegast mehr als fünf Jahrhunderte nach dessen Heiligsprechung eine prächtige Praioskapelle – die erste, die dem aufgrund der politischen Umstände seines Lebens weitgehend in Vergessenheit geratenenen Heiligen überhaupt geweiht wurde.
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925 BF

Gratenfels besetzt Teile Transdarliniens, Rabenstein sichert sich Erzweiler

Die mächtige Grafschaft Gratenfels hatte bereits 924 BF begonnen, mit Hilfe Rhondaras von Albenhus einen Brückenkopf südlich des Großen Flusses aus Kosten der Grafschaft Isenhag zu erobern und dafür der »Kaiserin« Truppen und Proviant zu stellen. So wurden Teile der bergköniglichen Vogtslande Nilsitz und anschließend das transdarlinische Freiherrlich Dohlenfelde mitsamt Burg Dohlenhorst von Gratenfelser Söldlingen besetzt. Das Junkergut Erzweiler fiel – während Jungfer Leumine bei ihrem Regiment in Garetien ist – in den Wirrninssen an die Nachbarbaronie Rabenstein, das dafür sämtliche Ländereien nördlich der Sarakath und des Welfansdomes an Gratenfels verliert. Der Rabensteiner Baron setzte den ohnehin in Erzweiler herrschenden ältesten Sohn Leumines, Rondradan Leodegar von Sturmfels der »für die Zeit der Abwesenheit der rechtmäßigen Herrin über Erzweiler« als Vogt zu Erzweiler ein. Baron Kühnhardt von Bregelsaum, der nach dem Verlust Dohlenhorst auf Burg Schwarzfels residierte, wagte es nicht, zu protestieren. Der Graf zu Isenhag saß auf Calbrozim und wartet den Ausgang der menschlichen Konflikte ab. Der Herzog in Elenvina erklärte seine Neutralität, solange seine Eigengüter nicht betroffen waren.
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926 BF

Die Schlacht auf dem Heiligenpfad – Harun I. wird geschlagen

Im Jahre 926 BF beendeten Truppen des vom Kalifat unterstützte Kaiser Harun I. die Herrschaft Rondharas in der Südpforte und versuchten daraufhin an, den Eisenwald zu erobern. Haruns almadanischen Söldner und novadischen Stammeskrieger stießen gleichzeitig über die Via Ferra in den Eisenwald vor. Ihnen stellten sich neben Söldnern Rondharas auch Truppen aus Dohlenfelde und Liepenstein entgegen. In der großen Schlacht auf dem Heiligenpfad wurden Haruns Kämpfer, zu denen auch Leute des Barons zu Eisenstieg gehörten, in einem von beiden Seiten erbittert geführten Gefecht zurückgeschlagen. Die Liepensteiner unterstellten dem Dohlenfelder Baron Kühnhardt von Bregelsaum nach der Schlacht unberechtigterweise Feigheit.
Unbemerkt hatte zur gleichen Zeit ein kleines Kontingent almadanischer Söldner in Haruns Diensten den Tannwachtpass überschritten und belagerte bald darauf Burg Rabenstein. Der Rabensteiner Vogt zu Erzweiler, Rondradan Leodegar von Sturmfels, hob, nachdem er vom Angriff der Almadaner auf Rabenstein hörte, die Landwehr aus. Zusammen mit seinem Bruder Leuenhart marschierte er eilends über den Kupfer- und Breschenpass, und griff die Söldner Haruns I. vor Burg Rabenstein an. Diese wurden vernichtend geschlagen, Leuenhart von Sturmfels starb jedoch den Heldentod, als er in der ersten Reihe gegen die Almadaner und Novadis anstürmte.
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927 BF

Heiligenpfad wird ein Teil Erzweilers

Erzweilerer Truppen unter Rondradan Leodegar besetzen mit Kaiserin Rondharas Zustimmung und dem besonderen Wohlwollen des Rabensteiner Barons die Zollstellen Heiligenpfad und Sankt Rhÿs an der Via Ferra, Liepensteiner Truppen besetzen das Junkergut Finsterklamm.
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928 BF

Der »Dritte Flusskrieg«, mit Felsbrocken beladene Schiffe aus Albenhus werden Twergenhäuser Hafen versenkt

Während des Erbfolgekrieges kam es 928 BF zum offenen Konflikt zwischen der Rondhara-treuen Herzogenstadt Twergenhausen und der Reichsstadt Albenhus, die versuchte, im Erbfolgestreit neutral zu bleiben. Albenhus bemannte vier Flussgaleeren, die als Geleitschutz für fünf schwere, mit großen Felsen beladenen Flusskähnen gen Twergenhausen ausliefen. Dort kam es zu einem kurzen Gefecht mit der herzoglichen Flussgaleere in Twergenhausen, die schnell versenkt wurde. Da Rondhara fast alle Geschütze aus Twergenhausen abziehen gelassen hatte, da diese im Kosch benötigt wurden, konnte die Hafenzitadelle die Mannschaften der Kähne nicht daran hindern, ihre mit den Felsbrocken beladenen Schiffe direkt vor dem Twergenhäuser Hafen zu versenken, so dass kein Flussschiff mehr in der Herzogenstadt anlegen konnte. Der Erzhandel Twergenhausens kam aufgrund der Blockade fast vollständig zum Erliegen. Die Mannschaften der Albenhuser Schiffe skandierten »Rache für 751!« und erinnerten damit an den Zweiten Flusskrieg, der von Twergenhausen im Jahre 751 BF gewonnen worden war.
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Ende 928 BF

Die Namenlosen Pocken wüten nochmals in Dohlenfelde, Twergenhausen bleibt verschont

Nur vier Jahre nach dem Seuchenausbruch im Jahre 924 BF wurde der Eisenwald noch einmal von den Namenlosen Pocken erfasst, diesmal kam die Seuche wahrscheinlich mit Handelsreisenden aus Punin nach Dohlenfelde. In der Baronie sterben etwa ein Zehntel der Einwohner. Twergenhausen hingegen lässt die Tore schließen und alle Leute niederschießen, die sich auf mehr als 100 Schritt den Mauern nähern, kein Schiff darf anlegen. Die Bürger versammelten sich täglich bei Sonnenhöchststand, um den Heiligen Radegast anzuflehen. Der Heilige erschien nicht, aber dennoch blieb die Stadt von der Seuche verschont.
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929 BF

Jungfer Leumine kehrt mit Kaiser Barduron in die Nordmarken zurück

Seit 927 BF tobte der »Krieg am Großen Fluss«. Jungfer Leumines Regiment »Ingerimms Hammer«, das nach wie vor in den Diensten Kaiser Bardurons stand und unbesiegt war, war 929 BF an mehreren Schlachten im Kosch beteiligt, in denen Rondharas nordmärkische und liebfeldsche Truppen immer weiter das Tal des Großen Flusses hinabgetrieben wurden.
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Ende 929 BF

Baron Kühnhardt von Bregelsaum lässt Burgvogt Muragosch den Baronieschatz in Sicherheit bringen

Kühnhardt von Bregelsaum, Baron zu Dohlenfelde, befürchtete für den Fall, dass Rondhara den Krieg verlieren würde, Jungfer Leumine ihm den Baronsthron rauben könnte. Er orderte daher Burgvogt Muragosch, alle wichtigen Dokumente der Baronie, einen guten Teil des Baronieschatzes, vor allem aber den Siegelring der Baronie und die stählerne, perlenbesetzte Darlinkrone heimlich in der Hauptstadt des Bergkönigreichs Eisenwald, nach Senalosch, in Sicherheit zu bringen. Er selbst verschanzte sich auf Burg Schwarzfels und bemühte sich, sich wenigstens die Gnade Kaiserni Rondharas zu sichern.
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Anfang 930 BF

Die Schlacht von Albenhus und die Belagerung Twergenhausens

Anfang 930 musste sich Kaiserin Rondhara vor der Übermacht Kaiser Bardurons erst über den Greifenpass nach Westen, und dann, der Galebra folgend, nach Süden zurückziehen. Schließlich mussten Rondharas Söldner sogar den Großen Fluss überschreiten. In der kriegsentscheidenden Schlacht von Albenhus kämpfte Jungfer Leumine Hagfrieda von Sturmfels mit ihren Söldnern in erster Reihe gegen Kaiserin Rondhara. Diese erlitt eine verheerende Niederlage. Der Baron Dohlenfeldes, Kühnhardt von Bregelsaum, der auf Seiten Rondharas gestritten hatte, kam – ebenso wie seine älteste Tochter, die Ritterin zu Perainshof, und viele Sturmfelser – in der vielleicht größten Schlacht des kaiserlichen Erbfolgekrieges ums Leben. Auch Kaiser Barduron erlag kurz nach der Schlacht einer Verletzung, sein Sohn Perval übernahm das Kommando.
Rondharas Truppen zogen sich am Ufer des Großen Flusses nach Westen zurück und verschanzten sich schließlich in der Herzogenstadt Twergenhausen. Nachrückende Truppen Pervals, zuvörderst die Kämpfer von Leumines Regiment »Ingerimms Hammer«, schlossen einen Belagerungsring um die Stadt an der Darlinmündung. Rondharas Söldlinge auf Burg Wolkenfold kapitulierten, als sie von der Niederlage ihrer Kaiserin in der Schlacht von Albenhus erfuhren. Ein Banner des Regiments »Ingerimms Hammer« bezog den nur halb wiederaufgebauten Palas der von Holzpalisaden notdürftig geschützten, ehemals prächtigsten Burg des Isenhag.
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930 BF

Rondradan Leodegars von Sturmfels wird Baron zu Dohlenfelde

Während der Belagerung Twergenhausena durch Pervals Truppen belagerten weitere Söldner sowie die Erzweilerer Landwehr Burg Schwarzfels, wo sich mehrere Mitglieder und Unterstützer der dohlenfeldschen Baronsfamilie verschanzt hatten. Da mehr als zweihundert Bauern in die kleine Burg geflüchtet waren, stellte sich die Versorgungslage dort bald so fatal dar, dass die Burgbesatzung nach wenigen Tagen kapitulierte. Mehrere Bregelsaumer waren durch einen Tunnel geflüchtet und versuchten, sich in das vom Gratenfelser Grafen kontrollierte Transdarlinien abzusetzen. Doch schon in Wichtenfels wurden die Flüchtigen entdeckt, es kam zum Kampf. Drei überlebende Mitglieder der Baronsfamilie wurden vom Edlen zu Wichtenfels in Ketten gelegt und ins Heerlager Pervals gebracht. Dort warteten sie auf ihren Prozess als Reichsverräter: Perval, der nun unangefochtene Herrscher des Raulschen Reiches, verzieh der nordmärkische Linie des Hauses Bregelsaum nicht, dass diese ihre Waffen gegen seinen Vater Barduron erhoben hatten.
So war es auch Perval von Gareth, der Rondradan Leodegar von Sturmfels – unter Übergehung der Kompetenzen des nordmärkischen Herzogs und des Isenhager Grafen – zum neuen Baron Dohlenfeldes krönte. Per kaiserlichem Dekret orderte er die Gratenfelser, alle Lande südlich des Großen Flusses zu räumen. Der transdarlinische Darlinrat bestätigte den neuen Baron sofort, der cisdarlinische Rat erkannte nach einigem Zögern den neuen Baron an. Jungfer Leumine erklärt dankt dem Baron zu Rabenstein für den »Schutz«, den dieser ihrem Junkergut seit 925 BF gewährt hatte, und erklärte gleichzeitig, dass dieses Junkergut wieder zu Dohlenfelde gehöre und keinen Schutz mehr benötige. Die Familie des neuen Barons zog wenige Tage nach der Krönung vom Sankta-Hildrun-Wehrtempel in Erzweiler nach Burg Dohlenhorst um.
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Ende 930 BF

Burgvogt Muragosch legt sein Amt nieder

Der Herzog der Nordmarken, vor allem aber der Graf des Isenhag war erbost über die gewaltsame Machtübernahme der Sturmfelser in Dohlenfelde. Der Graf weigerte sich, Rondradan Leodegar von Sturmfels als Baron zu Dohlenfelde anzuerkennen und befahl Burgvogt Muragosch, nicht mit dem neuen Baron zusammenzuarbeiten. Muragosch hatte sich nach Senalosch geflüchtet und war damit in Sicherheit vor Jungfer Leumine und Baron Rondradan. Dort behütete der Erzzwerg neben den Insignien der Baronie auch viele Steuerunterlagen und den Baronieschatz.
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Anfang 931 BF

Eroberung Twergenhausens durch Pervals Truppen, die Stadt wird Reichsstadt

Erst im Sommer 931 BF konnte Twergenhausen, das damals eintausendfünfhundert Einwohner hatte, im Sturm genommen werden, Pervals Söldner plünderten die Stadt, hunderte Bürger wurden von den wütenden Kämpfern Pervals auf der Suche nach Gold und Schätzen erschlagen. Viel Beute machten die Angreifer jedoch nicht, hatten die meisten Vermögenden ihren wertvollsten Besitz doch längst in Sicherheit bringen lassen. Anschließend wurde irgendwo Feuer gelegt, und fast die halbe Stadt brannte nieder. Perval und auch Jungfer Leumine begrüßten diese »gerechte Strafe« für das »Widerstandsnest«. Burg Darlinmund und die Hafenzitadelle kapitulierten zwölf Tage nach dem Fall der Stadt, den Burgbesatzungen wurde von Jungfer Leumine ein ehrenhafter Abzug garantiert. Einige Söldner Rondharas verschanzten sich jedoch nach der Aufgabe der Hafenzitadelle auf dem Pfaffenturm im Großen Fluss. Diese Kämpfer wehrten mehrere Sturmangriffe ab, woraufhin Leumine, die Burg Darlinmund zu ihrer Residenz gemacht hatte, den Zollturm von der Hafenzitadelle aus in Trümmer schießen ließ. Die wenigen sich ergebenden Söldner wurden öffentlich gevierteilt.
Um den Frieden – oder besser gesagt: die Garether Herrschaft über die Nordmarken – zu sichern, wurden mehrere nordmärkische Burgen von kaiserlichen Truppen besetzt und in jeder nordmärkischen Grafschaft ein kaiserliches Söldnerregiment stationiert. Leumine trat in den »ewigen« Dienst Pervals, verkaufte also ihr Regiment an den neuen Herrschen des Raulschen Reiches. Die Söldner von »Ingerimms Hammer« streiften die Reichsschärpe über und garantierten nun von Burg Darlinmund, die sie kurz zuvor noch geplündert hatten, Pervals Macht im Isenhag – Leumine war nun eine kaiserliche Obristin.
Der neue Herrscher des Raulschen Reiches wollte den Herzog der Nordmarken für dessen lange Loyalität gegenüber Kaiserin Rondhara strafen, und ließ sich daher von diesem die Herrschaft über die Stadt Twergenhausen als Reparation überantworten. Der Magistrat der Stadt unter Bürgermeister Efferdan Gliependiek schaffte es wider Erwarten, von Perval das Privilegium Sighelmi bestätigt zu bekommen. Als Symbol wurde jedoch die seit 160 BF übliche Verwendung der zwergischen Monatsnamen abgeschafft und die reichsweit üblichen, zwölfgöttlichen Monatsnamen eingeführt.
Auf die junge Reichsstadt Twergenhausen kamen jedoch große Probleme zu: Dem Massaker, das der Eroberung Twergenhausens gefolgt war, waren auch mehrere Dutzend Angroschim zum Opfer gefallen – die Werkstätten der Zwerge waren oft die ersten Ziele der nach Gold suchenden Söldner. Zudem hatten die Söldnerhorden auch nicht vor dem Edelstein- und Kristallmuseum, das 900 BF von den Patriziern der Herzogenstadt und dem Bergkönig des Eisenwaldes gestiftet worden war, geplündert und verwüstet worden. Bergkönig Fargol Sohn des Fanderam war erbost über diese Untaten und forderte eine öffentliche Entschuldigung sowie eine immens hohe Entschädigungszahlung von Perval. Bis diese gezahlt sei, verbot er den Bewohnern seines Bergkönigreiches jeden Handel mit Untertanen der Raulskrone. Viele Erzzwerge, auch solche aus dem Bergkönigreich Xorlosch, verließen daraufhin Twergenhausen.
Der Graf des Isenhag berief zum ersten Mal seit 160 BF einen Isenhager Ständetag nicht im verwüsteten Rittersaal zu Burg Darlinmund in Twergenhausen ein, sondern in die Grafenstadt Turehall in der Baronie Eisenhuett. Bürgermeister Efferdan Gliependiek, der laut Lex Zwergia die Kleinodien der Grafschaft bewahrte, brachte diese in einem feierlichen Zug nach Turehall – und nach Abschluss des Ständetages wieder zurück nach Twergenhausen, wo sie sicher verwahrt wurde.
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931 BF

Die Erzweilerer Truppen räumen die Zollstelle Sankt Rhÿs

Die neue Baronin der Baronie Eisensteg schließt Frieden mit den Baronen zu Dohlenfelde und Liepenstein, woraufhin sie gegen hohe Kontributionen die Zollstelle Sankt Rhÿs und das Junkergut Finsterklamm zurückerhält. Die Zollstelle Heiligenpfad bleibt jedoch unter der Kontrolle des zu Dohlenfelde gehörenden Junkerguts Erzweiler.
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Ende 931 BF

Die Reghianer erhalten Burg Wolkenfold zurück

Der Hochmeister der Reghianer sprach Ende 931 BF persönlich bei Kaiser Perval vor, und verlangte die Rückgabe der nach wie vor von kaiserlichen Söldlingen besetzten Burg Wolkenfold. Perval zögerte nicht lange und gab dem Orden seine Stammburg zurück. Die zuvor dort stationierte Garnison wurde nach Twergenhausen verlegt. Die Reghianer waren jedoch weder finanziell noch personell in der Lage, die 921 BF zerstörte Burg wieder aufzubauen. Von der Rondrakirche, der Senne Westen und dem Reich erbetene Hilfe wurde nicht gewährt, es blieb daher für die nächsten Jahrzehnte bei Notlösungen.
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932 BF

Der Hafen Twergenhausens ist wieder benutzbar

Im Jahre 932 BF wurde der Hafen Twergenhausens nach vier langen Jahren freigeräumt, die Wiederaufnahme des Flusshandels leitete den langsamen Wiederaufstieg der Reichsstadt ein. Doch das Handelsverbot des Bergkönigs zerstörte alle Hoffnungen auf eine schnelle Besserung der Lage. Die Schäden durch das Feuer im Jahre 931 konnten nun jedoch mit über den Großen Fluss geliefertem Baumaterial rasch behoben werden, die kaiserliche Stadtkommandantin Leumine steuerte viele tausend Dukaten aus ihrem Privatvermögen zum Wiederaufbau Twergenhausens bei, vor allem aber gelang es ihr, Unsummen an Reichsmitteln in ihre Stadt umzulenken. Die alte Vorstadt wurde jedoch nicht wieder errichtet, und Twergenhausen hatte zwei Jahre nach seiner Eroberung nur noch 700 Einwohner – gut die Hälfte seiner Bevölkerung vor der Eroberung der Stadt durch Pervals Söldlinge. Vor allem aber lebte nur noch eine Handvoll Angroschim in der Stadt, von denen es vor der Eroberung fast zweihundert gab.
Die Baronie Dohlenfelde befand sich weiterhin in äußerster Unordnung, weigerte sich doch Burgvogt Muragosch, seit 886 BF Verwalter der Baronie, Senalosch zu verlassen. Mit dem Erzzwerg blieb die Baronskrone, der Siegelring der Baronie und der Baronieschatz außerhalb des Zugriffs Baron Rondradans. Die Vasallen des Dohlenfelder Barons folgten ihrem neuen Herrn nur widerwillig.
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Ende 932 BF

Jungfer Leumine belagert Burg Weidleth

Auf direkten Befehl Pervals marschierten Leumines Söldner im Frühsommer 932 BF vor der mächtigen herzoglichen Höhenburg Weidleth auf, auf der Flussgardisten Wacht über den Großen Fluss hielten. Als die Burg vollständig von der Versorgung abgeschnitten war, machte der Herzog der Nordmarken die Burg und ihr Hinterland gezwungenermaßen zum »Geschenk« für Perval.
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Anfang 933 BF

Die Kaiserkrönung Pervals, »Ingerimms Hammer« wird zu einem bergköniglichen Regiment

Am 1. Praios 933 BF ließ sich Perval von Gareth zum Kaiser des Neuen Reiches krönen, die Erbfolgekriege waren zu Ende. Bergkönig Fargol forderte nach wie vor Reparationen für die bei der Eroberung Twergenhausens im Jahre 931 BF gemordeten Zwerge und verweigerte sich dem Handel mit den Menschen. Kaiser Perval war zu dieser Zeit sehr an der Aufstellung von Geschützkompanien, vor allem aber der Bestückung seiner Schiffe mit modernen Geschützen interessiert. Dies lief fast zwangsläufig auf den Kauf der von Prinz Fanderam, dem Bruder Bergkönig Fargols, neu entwickelten Rotzen heraus. Da der Kaiser jedoch weder Willens noch in der Lage war, die geforderte immense Summe für die Wiedergutmachungszahlungen aufzubringen, bot er dem Bergkönig an, ihm stattdessen den Befehl über Leumines Söldnerregiment »Ingerimms Hammer« zu überlassen. Fargol willigte ein, erhielt das Oberkommando über das Söldnerregiment und übernahm die Soldzahlungen der Offiziere, während die Mannschaften weiterhin vom Reich bezahlt wurden. Jungfer Leumine, die das Regiment aufgebaut hatte, blieb Obristin.
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Ende 934 BF

Graf und Herzog bestätigen Rondradan als Baron

Jungfer Leumine, schwer am Jahresfieber erkrankt, erschien es im Jahre 934 BF an der Zeit, den Machtwechsel in Dohlenfelde auch vom Grafen legitimieren zu lassen. Ihre Hoffnungen, dass Perval die alte Reichsordnung vollständig zugunsten eines zentralistisch von Gareth aus geführten Reiches – in dem sie und ihre Familie eine bedeutende Rolle spielen könnten – umgestalten würde, waren mit der traditionellen Kaiserkrönung in weite Ferne gerückt.
Rechtlich begründete das Haus Sturmfels seine Ansprüche auf den Dohlenfelder Baronsthron nun durch Dokumente, die belegten, dass die einzigen leiblichen und legitimen Nachkommen Baron Dankraths von Bregelsaum die Kinder aus seiner Ehe mit Madalberta Gundelin von Sturmfels seien – seine Tochter Ermenegilda, die als einziges seiner Kinder das fürchterliche Massaker vom Freyenforst 795 BF überlebt hatte, wäre nicht von Dankrath, sondern außerehelich von einem unstandesgemäßen Lakaien gezeugt worden. Und ohnehin hatte Kaiser Perval die letzten direkten Nachfahren Ermenegildas zusammen mit hunderten anderen »Reichsverrätern« schon vor Jahren in Gareth hinrichten lassen.
Doch diese Argumentation alleine stellte Graf und Herzog nicht zufrieden. So musste Baron Rondradan einige Zugeständnisse machen: Er bestätigte diverse gräfliche Privilegien in seinem Lehen und musste garantieren, niemals mehr Anspruch auf Moxarosch zu erheben. Die Gerichtsbarkeit über die Reichsbürger in Moxarosch, die seit der Priesterkaiserzeit von den Baronen zu Dohlenfelde beansprucht wurde, wurde »auf ewig« dem dort herrschenden gräflichen Edlen zugesprochen. Vor allem aber wurde nach Forderungen des Herzogs das reiche Edlengut Wichtenfels zu einem Landedlengut erhoben.
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Praios 935 BF

Die zweite Krönung Baron Rondradans

Nach der Einigung zwischen den Sturmfelsern, dem Grafen, dem Herzog und dem Kaiser kehrte Burgvogt Muragosch mitsamt aller Steuerunterlagen, dem Baronieschatz – vor allem aber dem Baroniesiegel und der Baronskrone – in die Dienste der Barone Dohlenfeldes zurück. In Anwesenheit des Grafen des Isenhag und des nordmärkischen Thronfolgers wurde Baron Rondradan im Sankta-Hildrun-Tempel zu Erzweiler von einem Rondrageweihten mit der stählernen Darlinkrone ein zweites Mal zum Baron Dohlenfeldes gekrönt. Der Ritter zu Darlinstein überreichte dem Baron den Siegelring der Baronie, der Ritter zu Schwarzfels das Feldzeichen. Seine Mutter Leumine gürtete Rondradan das eben zu diesem Anlasse von einem erzzwergischen Waffenmeister geschmiedete Langschwert »Hlûtharhilf« um. Mit den vier Insignien ausgestattet schwor der Baron seinem Grafen ewige und unverbrüchliche Treue. Der Darlinrat trat zu dieser Krönung das letzte Mal zusammen. Seiher riefen ihn die Barone Dohlenfeldes aus dem Hause Sturmfels nie mehr ein. Mit der Krönung in Erzweiler hatte Rondradan mit der sechs Jahrhunderte alten Tradition der Baronskrönungen im Sankta-Lechmin-von-Weiseprein-Tempel zu Dohlenfelde gebrochen.
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935 BF

Jungfer Leumine wird in den Ruhestand versetzt

935 BF, zwei Jahre nachdem ihr Regiment von Perval an Bergkönig Fargol verkauft worden war und wenige Monate nach der formellen Krönung ihres Sohnes zum Baron Dohlenfeldes, bat die mittlerweile schwer kranke Jungfer Leumine darum, in den Ruhestand versetzt zu werden. Bergkönig Fargol akzeptierte und ernannte nach Absprache mit dem Grafen des Isenhag einen Erzzwerg zum neuen Obristen.
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940 BF

Jungfer Leumine Hagfrieda von Sturmfels stirbt

Leumine Hagfrieda von Sturmfels starb auf Burg Dohlenhorst. Die Jungfer zu Erzweiler, die das Söldnerregiment »Ingerimms Hammer« aufgebaut und es durch dessen militärische Schlagkraft geschafft hatte, die Baronie Dohlenfelde für ihre Familie zu erobern und bestätigen lassen, hatte ihr Lebensziel erreicht. Sie wurde mit allen Ehren in der Familiengruft des Sankta-Hildrun-Tempels zu Erzweiler beigesetzt.

Meisterinformationen (Text wird sichtbar durch Markieren):
Das Schwert »Indomabilis«, das mit der Macht des Dreizehnten die unwissende Hagfrieda von Sieg zu Sieg führte, liegt noch heute im Sankta-Hildrun-Tempel zu Erzweiler. Dass das Schwert nicht von Rondras Willen beseelt ist, vermutet niemand, nicht einmal die Rondrageweihtenschaft.
 
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