Wappen der Baronie Dohlenfelde und der Herzogenstadt Twergenhausen

Von Festen und Brauchtum

Das Leben besteht auch für die fleißigen Zwerge und Menschen des Isenhag nicht nur aus dem Lobpreis der Zwölfe, dem Gehorsam gegenüber den weltlichen und geistlichen Herrn und der Schufterei für das tägliche Brot, sondern auch aus allerlei vergnüglichem Treiben. Für die einfachen Leute sind diese Feste nicht selten Anlässe, denen monatelang entgegengefiebert wird. Die häufigsten Feste sind sicherlich die Tsatagsfeiern, die aber üblicherweise nur im engsten Familienkreis begangen werden. Einzig die Tsatage der Adligen, der Patrizier und einiger reicher Freibauern und Handwerksmeister werden im großen Rahmen begangen. Hervorgehoben werden müssen hier die mehrtägigen Feiern, mit denen die Erzzwerge die Geburt von Vierlingen feiern – etwas, das in Dohlenfelde höchstens einmal in einem Menschenleben geschieht. Wenn es zu einer solchen als außerordentliches Angroschsgeschenk betrachteten Geburt kommt, sind die zwergischen Werkstätten im weiteren Umland oftmals für eine Woche oder länger geschlossen.

Hochzeiten sind immer große und öffentlich begangene Feste, zu denen selbst bei einfachen Leuten nicht selten Verwandte aus Nachbarbaronien anreisen. Sollte ein Mitglied einer bedeutenderen Familie heiraten, finden sich oft viele hundert Hochzeitsgäste ein. Im Mittelpunkt der Hochzeitsfeierlichkeiten steht selbstverständlich die Trauung, die fast immer durch einen Traviageweihten vorgenommen wird. Die anschließenden Feiern können sich durchaus über zwei oder drei Tage ziehen. Handwerker heiraten üblicherweise am Tag der Treue, am 12. Travia. Bauern hingegen haben im Traviamond noch viel zu viel Arbeit zu erledigen, als dass sie ans Heiraten denken könnten. So kommt es, dass die üblichen Landhochzeiten erst im Boron- oder gar Hesindemond stattfinden.

Auch Todesfälle werden mit – selbstverständlich besinnlichen – Feiern begangen. Die Familie und die Freunde des Verstorbenen kommen zusammen, um sich im kleinen Kreis des Toten zu erinnern und allgemein der Vergänglichkeit alles Derischen zu gedenken. Bei einflussreicheren Verstorbenen können auch diese Feiern mehrere Tage umfassen. Dann ist der Leichnam üblicherweise einige Tage in einem Sarg aufgebahrt, bevor er schließlich auf dem dorf- oder hofeigenen Boronanger begraben wird.

Neben diesen Familienfeiern gibt es natürlich auch noch gemeinschaftliche Feste. Zuvörderst wären hier natürlich die vom Kirchenkalender vorgegebenen zwölfgöttlichen Feierlichkeiten zu nennen, ebenso wie die Weihfeste, die für so gut wie jeden Tempel in Dohlenfelde groß begangen werden. Doch es finden sich auch deutlich profanere Festlichkeiten. So trifft sich der Adel neben gemeinsamen Jagden auch zu Ritterturnieren, die Freien schätzen die Schützenfeste. Die beliebtesten Volksfeste sind das alljährliche Käserollen in Erzweiler sowie die Muschelernte am Darlin, auch das Schützenfest in Mühlenheim sollte nicht vergessen werden. In Twergenhausen findet in jedem Rahjamond das große Stadtfest statt, das durch die zeitgleich veranstaltete Große Markt- und Warenschau am Großen Fluss bekannt ist. Imman wird seit vielen Jahrzehnten in Twergenhausen und seit einigen Jahren auch in der Baronie Dohlenfelde gespielt. Immer wieder kommt es bei den Festen des einfachen Volkes zu üblen Prügeleien, berüchtigt sind die Massenschlägereien auf den Weihfesten, wenn Bewohner aus dem Nachbardorf sich an die unverheirateten Mädchen oder Buben heranmachen oder wenigstens dessen bezichtigt werden.