Wappen der Baronie Dohlenfelde und der Herzogenstadt Twergenhausen

Hopfen und Brombeersträucher

Auf den Feldern Dohlenfeldes finden sich so gut wie alle Brotgetreide Mittelaventuriens. In den fruchtbaren und warmen Niederungen am Großen Fluss und in der Growinsmark wird Weizen angebaut, im Hinterland findet sich dieses anspruchsvolle Getreide einzig im mit dem besten Boden der Baronie gesegneten Wichtenfels sowie in den Äckern rund um Perainshof, wo es vor Jahrhunderten mit dem Honinger Tiegel ausgesät wurde. Im Darlintal wächst vor allem Dinkel und Gerste, wobei letztere hauptsächlich zum Bierbrauen verwendet wird. Je höher man in den Eisenwald aufsteigt, desto mehr werden Dinkel und Gerste von Roggen verdrängt. In Loxolosch schließlich findet sich nur noch der anspruchlose Roggen, und selbst dies nur in geschützten Lagen. In Zwackelfegen wächst so gut wie kein Getreide mehr. Im Tiefland wird gespöttelt, die drei Ähren im Zwackelfegener Wappen seien die drei einzigen, die man dort finden könne. Auf der Südseite des Eisenwaldes, im Bergkönigsgut Grambosch, wachsen Roggen und Dinkel zu gleichen Teilen. In allen Gegenden der Baronie wird zudem auf etwa einem Drittel der Getreidefelder Hafer angebaut – das mit großem Abstand wichtigste Getreide zur Viehfütterung. Aber auch ein leichtes Haferbier wird häufig und gerne getrunken. Die wichtigsten Getreidemühlen finden sich in Mühlenheim und auf dem Großen Fluss vor Twergenhausen, wo zwei stadteigene Mühlenschiffe – es gibt keine Müllerzunft in der Herzogenstadt, die Erträge der Mühlen wandern direkt in den Säckel des Hafenmeisters – verankert sind. In diesen wird auch das in großen Mengen aus dem Gratenfelser Becken für die Herzogenstadt importierte Getreide gemahlen, das wiederum ins weitere Umland verkauft wird. Die Dohlmühle in Mühlenheim an der Mündung des Weihlbachs in den Darlin ist eine Meisterleistung zwergischer Mechanik und vielleicht im ganzen Eisenwald die Mühle mit der größten Kapazität überhaupt.

Um Dohlenfelde und Mühlenheim herum und in Wichtenfels, aber auch in der Growinsmark ist der Hopfen eine wichtige Kulturpflanze. Dann wachsen auf beinahe jedem Hof Pastinaken, Rüben, Mohrrüben, Linsen, Bohnen, Kohl und Zwiebeln, am Großen Fluss und am Unterlauf des Darlin auch Spinat und Kürbisse. Flachs und Hanf wird in den Niederungen des Darlin angebaut, aber auch in der Altenau.

Die Altenau ist zudem die einzige Weinbaugegend Dohlenfeldes. Auf den Wingerten des Weilers Altengrund, an den Hängen der Dohlenhöhe, wächst herber »Altengrunder«, der durchaus auch auf dem Großen Fluss verschifft wird, außerhalb des Isenhags aber üblicherweise unter dem bekannteren Namen »Elenviner« verkauft wird. Auf Twergenhäuser Wingerten am Praioshang des Growinssitzes, direkt unterhalb der Mauern von Burg Darlinmund, wird der süße »Growinstropfen« angebaut. Nicht in Dohlenfelde gelegen, aber von Twergenhäuser Bürgern bewirtschaftet, sind einige der besten Weinlagen an den praioswärtigen Hängen der Hügel des südlichen Ludgenfels. Die Winzer fahren mit ihren Kähnen über den Großen Fluss, und pflegen ihre Wingerte in Gratenfels, auf denen die vollmundige »Zwergenbeerenauslese« gedeiht. In der Altenau finden sich auch Felder mit Praiosblumen, deren Kerne in der vom Großen Fluss getriebenen Ölpresse des Gutes Efferdshain verarbeitet werden.

Apfel-, Birnen- und vor allem Quittenbäume wachsen in vielen Gegenden der Baronie, werden jedoch nirgends in größerer Zahl kultiviert. Gleiches gilt für Zwetschgenbäume. Sauerkirschbäume finden sich am Großen Fluss und auch im Darlin- und Arborintal, vereinzelt sogar in höheren Lagen. Tsas heiliger Kirschbaum gedeiht eher schlecht als recht, doch finden sich ein paar Exemplare in den wohlgepflegten Gärten Twergenhausens, vor allem aber in und um das Dorf Grambosch. Die Bauersleut’ der ganzen Baronie pflücken von Praios bis Efferd fleißig Holunder und Beeren, insbesondere Brombeeren, die in großer Zahl in dichten Hecken am Darlin, Arborin und am Großen Fluss gedeihen. Aus dem Holunder, den Beeren und vor allem den Quitten wird zusammen mit Honig eine süße, köstlich schmeckende und sogar einige Monate haltbare durchscheinende Masse gekocht, die den zwergischen Namen »Marmeladsch« trägt.

Von großer Bedeutung und für zahlreiche lokale Spezialitäten sowie für die Ölproduktion unabdingbar sind Walnüsse, und Walnussbäume finden sich in großer Zahl in allen Wäldern bis hinauf auf die Höhe von Erzweiler. Bosparanien (Esskastanien) finden sich vereinzelt und wohl behütet in der Altenau, in großer Zahl hingegen im Bergkönigsgut Grambosch, wo von sie Sackweise über den Drachenpass nach Loxolosch und von dort nach Twergenhausen transportiert werden. Im Freyenforst am Großen Fluss genießt der Ritter von Freyen das Privileg, nach Trüffeln zu suchen. Und auch wenn der Ertrag selten für mehr als eine Mahlzeit für die Familie des Ritters und des Barons von Dohlenfelde ausreicht, wird der Adelsmann dafür beneidet, über eines der wenigen Fleckchen Dere in den Nordmarken zu herrschen, in denen überhaupt Trüffel gefunden werden können.

Der Holzeinschlag in Dohlenfelde wird einerseits für den Haus- und Schiffbau betrieben, anderseits benötigt der Bergbau in Erzweiler, Ilpettasbinge, Moxarosch und Loxolosch Grubenholz. Recht wenig Holz wird zum Verkohlen geschlagen. Die besten Stämme – insbesondere Kiefern – werden zum Großen Fluss transportiert, wo sie zusammengebunden und stromabwärts auf die großen Baustellen Elenvinas geflößt werden. Die vormals besten Abnehmer, die für gutes Holz ordentlich zahlenden großen Schiffswerften in Havena, sind durch den Krieg in der Nachbarprovinz zum Bedauern der Holzfäller und vor allem -händler unerreichbar. Üblicherweise liegt das Holzregal bei den Landbesitzern, es gibt jedoch Ausnahmen. So genießt die Herzogenstadt Twergenhausen in mehreren Forsten Dohlenfeldes (aber auch in Weidleth und in Ludgenfels) begrenzte Waldnutzungsrechte, so dass man immer mal wieder Städter auf dem Weg zum Holzeinschlag auf den Straßen und Wegen am Darlin treffen kann. Seit 1035 BF und der Inkorporation des ehemaligen Reichsguts Wilsitz als Stadtforst deckt die Herzogenstadt den Großteil ihres Holzbedarfs ebendort.